101:2 Herr, erhöre mein Gebet, * und mein rufen gelange zu Dir.
101:3 Wende Dein Angesicht nicht ab von mir; * an welchem Tag auch immer ich bedrängt werde, neige zu mir Dein Ohr.
101:3 An welchem Tag auch immer ich Dich anrufe, * erhöre mich schnell.
101:4 Denn hingeschwunden wie rauch sind meine Tage, * und meine Gebeine verdorrt wie brennholz.
101:5 ich wurde geschlagen wie Gras, und es verdorrte mein Herz, * denn ich vergaß, mein brot zu essen.
101:6 Vom laut meines Seufzens * klebt mein Gebein an meinem Fleisch.
101:7 ich gleiche dem Pelikan der Wüste, * bin geworden wie eine nachteule in ihrer behausung.
101:8 ich habe gewacht * und bin geworden wie ein einsamer Sperling auf dem Dach.
101:9 Den ganzen Tag verhöhnten mich meine Feinde, * und die mich lobten, verschworen sich gegen mich.
101:10 Denn Asche aß ich wie brot, * und meinen Trank mischte ich mit Tränen,
101:11 vor dem Angesicht Deines zornes und Deiner Empörung, * denn Du hobst mich empor und schmettertest mich nieder.
101:12 meine Tage neigen sich wie Schatten, * und ich verdorre wie Gras.
101:13 Du aber, Herr, bleibst in Ewigkeit * und Dein Gedenken von Geschlecht zu Geschlecht.
101:14 Du wirst Dich erheben und Dich Sions erbarmen, * denn es ist zeit, sich seiner zu erbarmen, ja, gekommen ist die zeit.
101:15 Denn seine Steine gefallen Deinen Knechten, * und sie fühlen Erbarmen mit seiner Erde.
101:16 und die Völker werden Deinen namen fürchten, o Herr, * und alle Könige der Erde Deine Herrlichkeit.
101:17 Denn der Herr hat Sion erbaut, * und er wird in seiner Herrlichkeit erscheinen.
101:18 Er sah auf das Gebet der Demütigen, * und er verschmähte nicht ihre bitte.
101:19 man schreibe dies für ein kommendes Geschlecht; * und ein Volk, das einst geschaffen wird, wird loben den Herrn.
101:20 Denn er schaute herab von seiner heiligen Höhe, * der Herr blickte vom Himmel auf die Erde,
101:21 auf dass er höre das Seufzen der Gefesselten * und die Söhne der Getöteten erlöse,
101:22 damit sie in Sion den namen des Herrn verkünden * und sein lob in Jerusalem,
101:23 wenn die Völker sich allzumal versammeln * und die Könige, um dem Herrn zu dienen.
101:24 Es antwortete ihm [das geprüfte Volk] auf dem Weg seiner Stärke: * Die geringe zahl meiner Tage tue mir kund!
101:25 berufe mich nicht ab in der Hälfte meiner Tage; * von Geschlecht zu Geschlecht währen Deine Jahre.
101:26 im Anbeginn hast Du, o Herr, die Erde begründet, * und Werke Deiner Hände sind die Himmel.
101:27 Sie werden vergehen, Du aber bleibst, * und sie alle werden altern wie ein Kleid.
101:28 und wie ein Gewand wirst Du sie wechseln, und sie werden getauscht, * Du aber bist immer derselbe, und Deine Jahre enden nie.
101:29 Die Söhne Deiner Knechte werden Wohnung nehmen, * und ihre nachkommen werden bleiben in Ewigkeit.
