21:2 Gott, mein Gott, schau her auf mich. Warum hast Du mich verlassen? * Fern von meinem Heil sind die Worte meiner Verfehlungen.
21:3 mein Gott, ich rufe bei Tag, doch Du erhörst es nicht, * und bei nacht, und nicht ist es Torheit von mir.
21:4 Du aber wohnst im Heiligtum, * lob israels.
21:5 Auf Dich hofften unsere Väter; * sie haben gehofft, und Du hast sie befreit.
21:6 zu Dir haben sie gerufen und wurden gerettet, * auf Dich haben sie gehofft und wurden nicht zuschanden.
21:7 ich aber bin ein Wurm und kein mensch, * der leute Spott und des Volkes Verachtung.
21:8 Alle, die mich sehen, verspotten mich, * sie lästern mit den lippen und schütteln den Kopf.
21:9 Er hat auf den Herrn vertraut, der soll ihn nun retten; * er soll ihn heil machen, da er ihn ja will.
21:10 Denn Du bist es, der mich aus dem leib gezogen, * meine Hoffnung seit der brust meiner mutter; auf Dich bin ich geworfen vom mutterschoß an.
21:11 Vom leib meiner mutter an bist Du mein Gott; * weiche nicht von mir.
21:12 Denn Drangsal ist nahe, * denn niemand ist da, der hilft.
21:13 Es umgaben mich viele Kälber, * fette Stiere belagerten mich.
21:14 Sie öffneten über mir ihren rachen * wie ein reißender und brüllender löwe.
21:15 Wie Wasser bin ich hingeschüttet, * und zerstreut sind all meine Gebeine.
21:15 mein Herz ist geworden wie schmelzendes Wachs, * inmitten meines leibes.
21:16 Vertrocknet wie eine Scherbe ist meine Kraft, und meine zunge klebt an meinem Gaumen, * und in den Staub des Todes hast Du mich hinabgeführt.
21:17 Denn viele Hunde umgaben mich, * der rat der Übeltäter hat mich belagert.
21:17 Sie haben meine Hände und Füße durchbohrt, * gezählt haben sie all meine Gebeine.
21:18 Sie aber gafften mich an und betrachteten mich, * sie teilten unter sich meine Kleider und warfen das los um mein Gewand.
21:20 Du aber, Herr, entferne nicht Deine Hilfe von mir, * achte auf meine Verteidigung.
21:21 Errette vom Speer, o Gott, meine Seele, * und aus der Hand des Hundes meine Einzige.
21:22 befreie mich aus dem rachen des löwen * und vor den Hörnern der Einhörner mich Armen.
21:23 Verkünden will ich Deinen na men meinen brüdern, * inmitten der Versammlung Dich loben.
21:24 Die ihr fürchtet den Herrn, lobet ihn, * alle nachkommen Jakobs, verherrlicht ihn!
21:25 Es fürchte ihn jeder nachkomme israels, * denn nicht verachtet und nicht verschmäht hat er das Gebet des Armen,
21:25 noch wandte er sein Angesicht von mir ab, * und als ich zu ihm rief, hat er mich erhört.
21:26 bei Dir ist mein lob in großer Versammlung, * meine Gelübde will ich erfüllen im Angesicht derer, die ihn fürchten.
21:27 Die Armen werden essen und gesättigt, und den Herrn werden loben, die ihn suchen, * ihre Herzen werden leben in alle Ewigkeit.
21:28 Es werden sich erinnern und sich bekehren zum Herrn * alle Enden der Erde.
21:28 und es werden anbeten vor seinem Angesicht * alle Familien der Völker.
21:29 Denn dem Herrn gehört das reich, * und er wird herrschen über die Völker.
21:30 Es haben gegessen und angebetet alle Fetten der Erde, * vor seinem Angesicht werden alle niederfallen, die hinabsteigen zur Erde.
21:31 und meine Seele wird leben für ihn, * und meine nachkommen werden ihm dienen.
21:32 Angekündigt wird dem Herrn das kommende Geschlecht, * und die Himmel künden seine Gerechtigkeit dem Volk, das erstehen wird, das geschaffen hat der Herr.
