88:2 Die barmherzigkeit des Herrn * will ich in Ewigkeit besingen.
88:2 Von Geschlecht zu Geschlecht * will ich Deine Wahrheit verkünden mit meinem mund.
88:3 Denn Du hast gesagt: in Ewigkeit wird barmherzigkeit errichtet in den Himmeln, * Deine Wahrheit wird bereitet in ihnen.
88:4 Einen bund habe ich geschlossen mit meinen Erwählten, ich habe David, meinem Knecht, geschworen: * bis in Ewigkeit will ich dir nachkommen bereiten.
88:5 und errichten will ich von Geschlecht zu Geschlecht * deinen Thron.
88:6 Preisen werden die Himmel Deine Wunder, o Herr, * und Deine Wahrheit in der Versammlung der Heiligen.
88:7 Denn wer in den Wolken gleicht dem Herrn? * Wer wird Gott ähnlich sein unter den Gottessöhnen?
88:8 Gott, der verherrlicht wird im rat der Heiligen, * ist groß und schrecklich, mehr als alle, die rings um ihn sind.
88:9 Herr, Gott der Heere, wer ist Dir ähnlich? * mächtig bist Du, Herr, und Deine Wahrheit ist rings um Dich.
88:10 Du beherrschst die Gewalt des meeres, * die bewegung seiner Fluten milderst Du.
88:11 Du hast den Hochmütigen erniedrigt wie einen Verwundeten, * mit dem Arm Deiner Kraft hast Du Deine Feinde zerstreut.
88:12 Dein sind die Himmel und Dein ist die Erde, den Erdkreis und seine Fülle hast Du gegründet, * den norden und das Südmeer hast Du geschaffen.
88:13 Tabor und Hermon werden jauchzen in Deinem namen, * Dein Arm ist mit macht.
88:14 Erstarken soll Deine Hand, und erhöht werden soll Deine rechte, * Gerechtigkeit und recht sind die Stütze Deines Thrones.
88:15 barmherzigkeit und Wahrheit gehen her vor Deinem Angesicht; * selig das Volk, das Jubel kennt.
88:16 Herr, im licht Deines Angesichts werden sie wandeln und in Deinem namen frohlocken den ganzen Tag, * und in Deiner Gerechtigkeit werden sie erhöht.
88:18 Denn der ruhm ihrer Kraft bist Du, * und durch Dein Wohlgefallen wird erhöht unser Horn.
88:19 Denn der Herr ist es, der uns aufnimmt, * der Heilige israels, unser König.
88:20 Damals hast Du in einer Schauung zu Deinen Heiligen gesprochen und gesagt: * ich gewährte einem Helden beistand und erhöhte einen Auserwählten aus meinem Volk.
88:21 ich habe David, meinen Knecht, gefunden, * mit meinem heiligen Öl ihn gesalbt.
88:22 Denn meine Hand soll ihm helfen * und mein Arm ihn stärken.
88:23 Keinen nutzen soll der Feind von ihm haben, * und der Sohn der bosheit soll nicht ansetzen, ihm zu schaden.
88:24 und zermalmen will ich seine Feinde vor seinem Angesicht * und die ihn hassen in die Flucht schlagen.
88:25 und meine Wahrheit und meine barmherzigkeit sind mit ihm, * und in meinem namen wird erhöht werden sein Horn.
88:26 und auf das meer will ich seine Hand legen * und auf die Flüsse seine rechte.
88:27 Er wird mich anrufen: mein Vater bist Du, * mein Gott und der Hort meines Heils.
88:28 und zum Erstgeborenen will ich ihn machen, * erhaben vor den Königen der Erde.
88:29 in Ewigkeit will ich ihm meine barmherzigkeit bewahren, * und mein bund ist ihm treu.
88:30 und ich will einsetzen von Ewigkeit zu Ewigkeit seine nachkommen * und seinen Thron wie die Tage des Himmels.
88:31 Wenn aber seine Söhne mein Gesetz verlassen * und nicht nach meinen urteilen wandeln,
88:32 wenn sie meine rechtssprüche entweihen * und meine Gebote nicht beachten,
88:33 dann werde ich heimsuchen mit der rute ihre ungerechtigkeiten * und mit Schlägen ihre Sünden.
88:34 meine barmherzigkeit aber will ich nicht von ihm abziehen, * noch will ich Schaden tun an meiner Wahrheit.
88:35 nicht will ich entweihen meinen bund, * und was hervorgeht von meinen lippen, will ich nicht ungültig machen.
88:36 Einmal habe ich geschworen in meinem Heiligtum, niemals will ich David belügen: * Sein nachkomme soll bleiben in Ewigkeit
88:37 und sein Thron wie die Sonne vor meinem Angesicht * und wie der mond, bereitet auf ewig und ein treuer zeuge am Himmel.
88:39 Du aber hast verworfen und verschmäht, * verstoßen hast Du Deinen Gesalbten.
88:40 umgestürzt hast Du den bund Deines Knechtes, * entweiht im lande sein Heiligtum.
88:41 niedergerissen hast Du all seine zäune, * seine Festung hast Du zum Schreckbild gemacht.
88:42 Ausgeraubt haben ihn alle, die des Weges vorübergingen, * zur Schmach ist er geworden für seine nachbarn.
88:43 Erhöht hast Du die rechte seiner bedränger, * hast erfreut all seine Feinde.
88:44 Abgewandt hast Du die Hilfe seines Schwertes, * und im Krieg hast Du ihm nicht geholfen.
88:45 Abgebrochen hast Du ihn von der reinigung * und seinen Thron zur Erde geschmettert.
88:46 Abgekürzt hast Du die Tage seiner zeit, * hast ihn übergossen mit Schmach.
88:47 Wie lange noch, Herr, wirst Du Dich gänzlich abwenden, * wird brennen wie Feuer Dein zorn?
88:48 Gedenke, was mein Dasein ist; * hast Du denn vergeblich alle menschenkinder erschaffen?
88:49 Wer ist der mensch, der leben und den Tod nicht schauen wird, * der seine Seele rettet aus der Hand der unterwelt?
88:50 Wo sind Deine alten Erbarmungen, Herr, * wie Du David geschworen hast in Deiner Wahrheit?
88:51 Gedenke, Herr, der Schmach Deiner Knechte, * die ich in meiner brust bewahrte, vonseiten vieler Völker,
88:52 womit Deine Feinde geschmäht haben, Herr, * womit sie geschmäht haben das lösegeld Deines Gesalbten.
88:53 Gebenedeit sei der Herr in Ewigkeit. * So sei es! So sei es!
